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Polnischer Klassiker · Hörbuch 2026
Der Teufel aus der siebten Klasse
Ein polnischer Detektivklassiker von 1937 — neu erzählt. Ein Junge entwirrt ein 124 Jahre altes Rätsel: Napoleonische Diamanten versteckt in einem Gutshof bei Wilno, ein Paar veilchenblaue Augen und eine Bande, die man besser nicht kreuzt.
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Warschau, Juni 1937
Ein Duell ohne Ausweg
Ein Junivormittag in einem Warschauer Gymnasium. Professor Gąsowski ruft einen Schüler nach dem anderen auf — keiner kann antworten. Adaś steht auf und gesteht: Er hat die geheime Prüfungsmethode des Professors durchschaut und den Stundenplan der Klasse ausgerechnet. Der Professor nennt ihn einen „Teufel" — und so entsteht ein Spitzname, der für immer bleibt.
Was wie eine Schulszene beginnt, entwickelt sich zu einem mitreißenden Detektivabenteuer im vorkriegszeitlichen Wilno: Napoleonische Diamanten, ein chiffrierter Brief von 1813, ein geheimnisvoller falscher Maler und ein Mädchen mit veilchenblauen Augen. Adaś muss ein 124 Jahre altes Geheimnis lösen — bevor eine dunkle Bande ihm zuvorkommt.
Erstes Kapitel
Drei Szenen, mit denen der Fall beginnt
I. Die Geschichtsstunde
Der Riss in der Verschwörung — Adaś enthüllt die Methode des Professors.
II. Die Pause
Klassenversammlung — Adaś übernimmt die Verantwortung für 30 Mitschüler.
III. Samstag — das Duell
Adaś errät die Namen und löst das Rätsel der drei Briefe.
Dramatis personae
Vierzehn Gesichter des Rätsels
Ein junger Detektiv, ein Mädchen mit veilchenblauen Augen, ein napoleonbegeisterter Geschichtslehrer, eine Waldbande — und Diamanten aus dem Jahr 1813.
Adaś Cisowski
Der junge Detektiv, siebte Klasse
Wanda Gąsowska
Veilchenblaue Augen, Adaś’ Herzensangelegenheit
Prof. Gąsowski
Geschichtslehrer, Napoleonverehrer, Wandas Onkel
Iwo Gąsowski
Mathematiker, schwarz gefärbter Bart, Bassstimme
Pani Gąsowska
Hausherrin im Gutshof bei Wilno
Doktor Cisowski
Adaś’ Vater, praktischer Arzt
Staszek Burski
Adaś’ Banknachbar und treuer Bote
Pfarrer Kazuro
Der katholische Priester von Wilno, Schlüssel zum Geheimnis
Irenka Niemczewska
Junge Cousine im Gutshof, „das kleine Fräulein General"
Pułkownik de Berier
Napoleonischer Veteran, Erzähler des Berezyna-Geheimnisses
Der Franzose
Geheimnisvoller Fremder aus Paris (kein Name)
Der Hagere
Bandenmitglied mit fliegendem Adamsapfel
Der Maler
Der falsche Künstler (Bandenmitglied)
Der Bucklige
Wächter der Bande, gespaltenes GewissenVon der Berezyna nach Bejgoła
Jeder Fall hat seine Stunde. Die napoleonischen Diamanten des Obersts warteten vier Generationen lang auf den richtigen Jungen.
Die Berezyna
Oberst Kamil de Berier kehrt aus Napoleons Russlandfeldzug zurück und trägt einen gestohlenen Klosterschatz durch den russischen Winter.
Tod im Gutshof
Im Sterben liegend im Gutshof Bejgoła bei Wilno versteckt der Oberst die Diamanten in einer Tür und schreibt einen chiffrierten Brief an seine Familie in Frankreich. Der Brief kommt nie an.
Ein Pariser Antiquariat
Der Ur-Ur-Großneffe findet den 94 Jahre alten Brief in einem verstaubten Päckchen in einem Pariser Antiquariat. Dreißig Jahre, um den Chiffre zu knacken.
Adaś steht vom Platz auf
In einem Warschauer Gymnasium gesteht Adaś Cisowski, die geheime Prüfungsmethode des Professors entschlüsselt zu haben — und verdient den Spitznamen, der dem Buch seinen Titel gibt.
Bejgoła
Sommerferien im Gutshof bei Wilno. Die ersten veilchenblauen Augen. Der erste Fremde am Zaun. Der erste Schlag auf den Kopf.
Diamanten in der Tür
Adaś knackt den Chiffre, rettet den Franzosen und kehrt in die achte Klasse zurück — mit einem Spitznamen, den ihm niemand mehr wegnehmen wird.
Paare finden — Figuren aus Bejgoła
Karten umdrehen und Paare finden. Weniger Züge — desto schneller löst du den Fall.
Du hast den Fall gelöst!
Geschafft in 0 Zügen!
Zeit: 0:00
Erstes Kapitel
Herr Professor Gąsowski lehrte Geschichte nach einer ganz eigenen, leicht zerzausten Methode. Von den großen Gestalten, die über die Elysischen Gefilde wandern oder zwischen den Sternen kreisen, liebte er manche mit Inbrunst; über andere sprach er mit spöttischer Geringschätzung; und einige wenige erwähnte er gar nicht, so als hätten sie ihn persönlich auf dem Korridor beleidigt.
Über seine Lieblinge dagegen sprach er mit heißer Begeisterung, stimmte ihnen hohe Hymnen an und setzte hinter jeden Satz ein Ausrufezeichen wie eine Zypresse an ein Grab. Von Napoleon — dem Geliebtesten unter den Geliebten — sprach er wie ein inspirierter Dichter. Man meinte, der alte Herr müsse jeden Augenblick aufspringen, donnernd Vive l’Empereur! rufen und sich selbst in die Schlacht stürzen.
Er hatte große, helle Augen, und in ihnen lag stets derselbe Ausdruck — gleichsam ein immerwährendes Erstaunen, als sei die Welt ihm aller fünf Minuten eine neue Überraschung. Bisweilen brach er mitten in der Vorlesung ab, blickte weit vor sich hin und betrachtete lange etwas, das nur er sehen konnte. Dreißig Augenpaare schauten ihn warm an, denn der Professor war herzlich geliebt.
Sein Erstaunen kannte daher keine Grenzen, als zu Beginn des Juni, also schon gegen Ende des Schuljahres, der erste aufgerufene Galgenvogel, der sich Kaczanowski nannte, nicht wie gewohnt von seinem Platz aufsprang und an das Katheder trat, sondern ganz und gar zur Salzsäule erstarrte.
— „Kaczanowski!" rief ihn der Professor zum zweiten Mal.
— „Ich, Herr Professor?" fragte er gleichsam vorwurfsvoll. „Das muß ein Irrtum sein… Ich sollte doch heute nicht geprüft werden…"
Ein erschrockenes Murmeln lief durch die Klasse, als bewege ein Wind das schlafende Schilf. Der Verurteilte trat ans Katheder und stand dort, in eine Salzsäule verwandelt, gepeinigt, geschlagen, unglücklich. Aus der ersten Bank zischte der gute Kamerad Cisowski mit dem erstickten Flüstern eines Bauchredners:
— „Lenke ab auf Napoleon!"
In diesem Augenblick war der rettende Rat keinen lumpigen Pfennig wert. In dem ehrwürdigen Professor war eine ungewöhnliche Wachsamkeit erwacht. Seine stets erstaunten Augen waren noch mehr erstaunt. Als zweiter kam Ostrowicki, der sich dem Katheder näherte mit dem Schritt eines zur Hinrichtung Geführten.
— „Heute ist doch Donnerstag!" rief er verzweifelt. „Das ist nicht mein Tag…"
Der Professor sah ihn an wie einen sanftmütigen Verrückten. Er schloß die Augen, als blende ihn die Sonne, öffnete sie wieder, um das ungewöhnliche Bild nicht zu verlieren. In der Klasse senkte sich beklemmende Stille. Obgleich der Tag strahlend sonnig war, ward es im Klassenzimmer dunkel. Man konnte bis in die letzten Bänke den müden, ungleichen Atem des Professors hören. Er versank in gequältes Schweigen wie in einen Morast.
Dann erhob sich Cisowski aus der ersten Bank. Er war ein unförmlicher Junge, etwas untersetzt, mit zerzaustem Schopf; nach seinem Wuchs zu urteilen, mußte er kräftig und sehnig sein. Sein Blick war kühn und seltsam durchdringend. In diesem Augenblick war er blaß und ergriffen. Er sprach mit weicher, melodischer Stimme:
— „Herr Professor, ich werde alles erklären. Ich allein bin an allem schuld. Niemand sonst, nur ich. Weder Kaczanowski noch Ostrowicki."
Herr Professor Gąsowski trat langsam an die erste Bank. Er blickte tief in die verständigen Augen des Jungen und sah lange in sie hinein.
— „Heute ist unser Waterloo," sagte Cisowski rasch, mit atemlosem Hauch die Worte vorwärtshetzend. „Napoleon hatte den tiefen Graben auf dem Schlachtfeld nicht gesehen, und ich habe den Irrtum des Herrn Professors nicht vorhergesehen. Daher rührt unsere schmähliche Niederlage… Nach den genauesten Berechnungen sollten heute Napiórkowski, Stankiewicz und Wilczek geprüft werden. Statt dessen begann der Herr Professor in der Zerstreutheit eine Seite zu früh, fing also bei Kaczanowski an. Das ist die Dreiergruppe vom kommenden Samstag."
Der Professor begann rasch mit den Augen zu blinzeln und blickte Cisowski mit unverhohlener Angst an.
— „Das bedeutet, Herr Professor, daß der Herr Professor seine Methode hat… Ich habe sie schon vor langer Zeit entdeckt. Fast jeder Professor hat eine Art und Ordnung beim Prüfen. Der Herr Professor prüft jedes Mal drei, und diese drei wählt er nach unwandelbarer Ordnung. Zuerst den ersten, dann den zehnten und den zwanzigsten — das nächste Mal den zweiten, den elften und den einundzwanzigsten, und so fort. Da wir hier genau dreißig sind, war es leicht zu errechnen, wer und wann geprüft werden würde."
Der Professor wich plötzlich zurück und sah Cisowski an wie einen Zauberer.
— „Das war doch mein tiefstes Geheimnis!" rief er laut.
So fing es an. Alles andere — Diamanten, Briefe, veilchenblaue Augen — kommt danach.
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🎧 Weiterhören in der AppFünf Fragen zum Fall
Ein Satz napoleonischer Diamanten, der 1813 in einer Tür eines verfallenden Gutshofs bei Wilno versteckt wurde. Ein chiffrierter französischer Brief, 124 Jahre lang verloren, enthält den einzigen Hinweis auf ihren Verbleib. Adaś hat einen Sommer — und eine Verbrecherbande, die schon vor ihm dort ist.
Adam „Adaś" Cisowski ist ein Schüler der siebten Klasse eines Warschauer Gymnasiums, dem der Spitzname „der Teufel" gegeben wird, nachdem er die geheime Prüfungsmethode des Professors enthüllt hat. Scharfsinnig, treu und trocken-ironisch, entwirrt er während eines Sommeraufenthalts im Gutshof Bejgoła bei Wilno das napoleonische Rätsel — bis ein Paar veilchenblaue Augen jede Berechnung durchkreuzt.
Der Maler gibt sich als wandernder Landschaftsmaler aus, doch seine gorillahaften Räuberhände verraten ihn. Er ist der Muskelmann der Verbrecherbande, die die verborgenen Diamanten jagt — und der Mann, der Adaś im Dunkeln angreift, als der Junge der Wahrheit zu nahe kommt.
Der vollständige deutsche Text ist verfügbar und diese Buchseite ist live. Die deutsche Sprachausgabe wird bei ElevenLabs produziert und erscheint voraussichtlich 2027. Das polnische Originalaudio ist bereits vollständig auf der Audio Opowieści-Plattform verfügbar — mit professionellem Sprecher, Originalmusik und Szenenillustrationen.
Ab 12 Jahren. Der Roman von 1937 ist ein Jugenddetektivklassiker, der generationsübergreifend gelesen wird — und gleichermaßen von erwachsenen Fans klassischer Kriminalliteratur geschätzt wird. Das Hörbuch umfasst ca. 8 Stunden 12 Minuten in 13 Kapiteln.
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